Über mich

Der Job brachte mich zu den 24 Stunden von Le Mans

Was mit einem beruflichen Ausflug in den Motorsport begann, hat sich auf meinem Dachboden ziemlich breitgemacht: eine eigene Rennwelt im Maßstab 1:32. Hier erfährst du, wie mich der Weg von echten Boxengassen zur Carrerabahn führte – und warum aus ein paar Schienen ein Hobby wurde, bei dem ich inzwischen sogar die Streckenposten selbst drucke.

24 Stunden von Le Mans

Wie alles anfing

Manchmal beginnt eine Carrera-Bahn nicht mit einer Carrera-Bahn, sondern mit einem echten Rennwagen.

In meinem Fall war es ein BMW V12 LMR. Ende der 1990er-Jahre arbeitete ich in unserer Online-Agentur für den Kunden Beck's, der sich damals im Motorsport engagierte und unter anderem einen BMW V12 LMR in der neu gegründeten American Le Mans Series unterstützte. Über dieses Engagement sollte natürlich auch auf der Website berichtet werden – und als verantwortlicher Projektmanager durfte ich mich ziemlich intensiv in eine Rennserie einarbeiten, die damals in Deutschland noch längst nicht jedem Motorsportfan ein Begriff war.

Aus einem beruflichen Thema wurde ziemlich schnell echtes Interesse.

Einmal Le Mans – und plötzlich war Motorsport mehr als Fernsehen

Ein besonderer Höhepunkt war für mich der Besuch beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Der BMW V12 LMR trat dort ebenfalls an und ich hatte die Gelegenheit, das BMW-Team vor Ort zu begleiten.

Und zwar nicht nur von der Tribüne aus.

Ich konnte mich in Bereichen bewegen, die man als normaler Zuschauer sonst eher aus Fernsehbildern kennt, war rund um die Boxengasse unterwegs und durfte auch die VIP-Bereiche oberhalb der Boxen besuchen. Rennwagen aus nächster Nähe, Mechaniker bei der Arbeit, Boxenstopps, der Lärm, der Geruch und diese ganz besondere Atmosphäre eines 24-Stunden-Rennens – das alles war deutlich intensiver, als Motorsport nur über einen Bildschirm zu verfolgen.

Dieses Wochenende ist mir bis heute sehr präsent geblieben.

Die American Le Mans Series auf Deutsch

Zurück zu Hause ließ mich das Thema nicht mehr los. Ich baute deshalb eine eigene deutschsprachige Website über die American Le Mans Series.

Die Idee dahinter war ziemlich einfach: Die Serie war spannend, hierzulande aber noch vergleichsweise unbekannt. Also wollte ich Rennen, Fahrzeuge, Teams und Hintergründe für deutschsprachige Motorsportfans zugänglicher machen.

Die Seite entwickelte sich besser, als ich zunächst erwartet hatte. Es entstand eine kleine Community und irgendwann ergab sich darüber sogar eine Kooperation mit Carrera.

Spätestens da wurde aus dem digitalen Motorsport langsam etwas sehr Analoges.

Das erste Carrera-Auto

Irgendwann stand das erste Carrera-Auto bei mir.

Und wie das mit solchen Dingen häufig läuft, blieb es natürlich nicht bei einem Auto. Aus einem Fahrzeug wurden weitere Fahrzeuge, aus einigen Schienen wurden mehr Schienen und irgendwann stellte sich die entscheidende Frage:

Wohin eigentlich mit der Strecke?

Die Antwort lag ein Stockwerk höher.

Auf dem Dachboden fand sich genügend Platz für eine dauerhaft aufgebaute Bahn. Also kamen zunächst einige Platten nach oben. Bevor allerdings die erste endgültige Schiene befestigt wurde, begann die vermutlich längste Planungsphase des ganzen Projekts.

Über viele Wochen entstanden unterschiedliche Streckenführungen. Kurven wurden verschoben, Geraden verlängert, wieder gekürzt und ganze Abschnitte verworfen. Ziel war es, den vorhandenen Platz möglichst gut auszunutzen und gleichzeitig eine Strecke zu bauen, die nicht nur auf dem Papier interessant aussieht, sondern sich auch gut fahren lässt.

Erst als das Layout passte, begann der eigentliche Aufbau.

Aus einer Rennbahn wird eine Rennstrecke

Von Anfang an wollte ich nicht einfach Schienen auf eine Holzplatte legen.

Die Strecke sollte eher wie eine kleine Rennanlage wirken. Deshalb wurden die Carrera-Schienen in die Umgebung integriert. Bereiche neben der Fahrbahn habe ich unter anderem mit etwa zehn Millimeter starkem Styropor aufgefüllt, damit Schiene und Umgebung möglichst auf einer Höhe liegen.

Dann kamen nach und nach Geländeformen hinzu. Mit Styropor, Bauschaum und anderen Materialien entstanden erste Böschungen, Flächen und Übergänge.

Und damit begann eigentlich der Teil des Projekts, der bis heute nie wirklich fertig wird.

Denn plötzlich ging es nicht mehr nur darum, möglichst schnell eine Runde zu fahren. Es ging um Boxengassen, Gebäude, Tribünen, Streckenposten, Zuschauer, Werbung, Fahrzeuge und all die kleinen Dinge, durch die eine Rennstrecke glaubwürdig wirkt.

Heute heißt das Ganze Racing132

Aus den ersten Carrera-Schienen auf dem Dachboden ist über die Jahre eine immer weiter wachsende Rennwelt im Maßstab 1:32 geworden.

Mittlerweile gehören dazu nicht nur die eigentliche Strecke und die Fahrzeuge. Viele Gebäude, Figuren und Details entstehen selbst – inzwischen häufig mit Unterstützung von 3D-Druck, Bildbearbeitung und digitalen Konstruktionswerkzeugen.

Dabei geht es mir nicht darum, eine bestimmte Rennstrecke exakt nachzubauen. Racing132 ist vielmehr meine eigene Interpretation einer Rennstrecke: ein bisschen Le Mans, ein bisschen American Le Mans Series, ein bisschen reale Motorsportwelt – und dazwischen jede Menge eigene Ideen.

Genau darum geht es auch auf dieser Website.

Ich zeige hier, wie einzelne Bereiche der Strecke entstehen, welche Materialien und Techniken ich verwende, was funktioniert und was beim ersten Versuch vielleicht auch einmal gründlich daneben geht.

Denn wahrscheinlich ist genau das der Reiz an diesem Hobby:

Die Strecke ist irgendwann fahrbereit. Fertig wird sie hoffentlich nie.